Unbehagen #socialmedia (Un) #Kultur #facebook #Klout #Neidspirale #Blogparade #Privatspähre

Die Begriffe NEIDSPIRALE (aktuelle Facebook-Studie der Technischen Universität Darmstadt (TU) und der Humboldt-Universität zu Berlin (HU)) und dieser hier beschriebene „socialmediaschwanzvergleich“ (TAZ) beschreiben ziemlich gut mein

persönliches „Unbehagen in der social media (Un)Kultur“.

„Facebook-Neid senkt Lebenszufriedenheit

Die Wissenschaftler konnten auf Basis der Studiendaten weiterhin einen Zusammenhang zwischen Neid auf Facebook und der allgemeinen Lebens(un)zufriedenheit der Nutzer nachweisen: Die passive Nutzung von Facebook erhöht Neidgefühle, welche sich wiederum negativ auf die Lebenszufriedenheit der Nutzerinnen und Nutzer auswirken. „Angesichts der weltweiten Nutzung von Facebook und der Tatsache, dass Neid eine universelle Emotion ist, sind sehr viele Menschen von diesen Auswirkungen betroffen“, erklärt Co-Autorin Helena Wenninger von der TU Darmstadt.

Die Ergebnisse der Studie werden auf der 11. Internationalen Tagung Wirtschaftsinformatik präsentiert, die vom 27. Februar bis zum 1. März 2013 in Leipzig stattfindet. Die Wissenschaftler planen eine weiterführende Studie, welche die Auswirkungen der Facebook-Nutzung auf Neidgefühle und deren Konsequenzen in verschiedenen Kulturen untersucht.“ (Studie der Technischen Universität Darmstadt (TU) und der Humboldt-Universität zu Berlin (HU))

„Aber die Menschen mögen so was etwas Plakatives wie Klout eben. Es ist so schön einfach: Seite aufrufen, Namen eingeben und heraus kommt eine Zahl – das suggeriert eine einfache Welt. Ah, ich bin eine 34, dann ist ja gut.

Jeder, der einen Facebook- oder Twitter-Account hat, hat automatisch auch einen Klout-Score – ob er oder sie das nun weiß oder nicht. Über 100 Millionen Scores hat Klout nach eigenen Angaben schon generiert. Doch wie genau der Algorithmus dahinter funktioniert, verrät das Unternehmen nicht.

Unzufriedenheit und Neid sind unverzichtbare Motoren für einen Weiter-schneller-höher-Kapitalismus zur Ankurbelung von Konsum.

Sind wir Menschen zufrieden, kommen wir nicht auf die Idee, zur Kompensation negativer Gefühle oder aus Statusgründen immer weiter Dinge zu konsumieren, die wir eigentlich gar nicht brauchen.

Datenschutz?

„Würde man die Kriterien nach dem Bundesdatenschutzgesetz anlegen, wären Dienste wie Klout bei uns definitiv nicht rechtens“, sagt Thilo Weichert vom Unabhängigen Datenschutzzentrum in Schleswig-Holstein. Allein deswegen nicht, weil das Unternehmen keine Angaben darüber macht, wie Daten ausgewertet und gespeichert werden.

„Die Idee dahinter ist: Es muss doch ein Geschäft damit zu machen sein, dass die Menschen sich gern wichtig und exklusiv fühlen“, sagt der Soziologe Nils Zurawski. Denn es löst automatisch etwas aus, wenn man die eigene Bedeutung in eine Zahl gegossen vor sich hat.

Das ging auch Helge Thomas so, der sich erst vor Kurzem das erste Mal seinen Klout-Socre angesehen hat – der Filmemacher ist 61 Punkte wert. „Ich bin wie jeder Mensch mehr oder weniger süchtig nach Anerkennung“, sagt er. „Jedes ’like‘ auf Facebook, jeder Retweet auf Twitter und jeder schöne Kommentar zu meinen Gedanken ist wie ein Streicheln der Seele und wertvolle Hinweisschilder, die ich früher vermisst habe.““ (TAZ)

Evan BadenEmily, 2010 Aus der Serie Technically Intimate, 2010 Druck auf Aluminium 102 x 127 cm © Evan Baden

Evan Baden
Emily, 2010 Aus der Serie Technically Intimate, 2010 Druck auf Aluminium 102 x 127 cm © Evan Baden

Zum Thema „Der öffentliche Mensch“ hatte ich hier im Rahmen der Blogparade des SCHIRN Magazins zum Thema #Privatsphäre bereits einen kurzen Beitrag geschrieben.

Ich wünsche der Blogparade und der Ausstellung „Privat“ der SCHIRN Kunsthalle Frankfurt viel Erfolg und hoffe, sie unterstützen nachhaltig kritisches Bewusstsein im Zusammenhang mit der Nutzung so genannter social media Plattformen wie facebook.

Mit- und eigene Gedanken machen: Die Blogparade wurde übrigens gerade verlängert bis zum 27. Februar 2012.

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