#Megatrend #DIY #Kreativität #Entschleunigung #Nachhaltigkeit #selbermachen contra #Wegwerfgesellschaft #Massenkonsum

Do it yourself (DIY) gilt als DER Megatrend 2013. Kurz berichtet hatte ich darüber auch schon in meinem Kunstblog.

Die Deutsche Welle berichtet: „Gärtnern, Basteln, Stricken: Diese Hobbys sind wieder im Kommen. Das Schlagwort heißt „Do-It-Yourself“: Menschen wollen wieder mit den eigenen Händen etwas herstellen – als Ausgleich zum fremdbestimmten Berufsleben.“

Diese Beobachtung ist stimmig. Doch sie greift noch zu kurz.

Es geht bei weitem nicht nur um Aktivitäten, die man als „Hobby“ ausübt.

DIY schafft neue Perspektiven – und auch Wege in die Selbständigkeit – mit vielen neuen Geschäftsideen in der Kreativwirtschaft. Die Grenzen sind fließend: Selbstgemachtes, Upcycling, Recycling, Design, Mode, Kunst, Kultur… ergänzen und inspirieren sich gegenseitig.

Die Nachfrage ist groß, denn viele Menschen wollen weg vom Massenkonsum – sie wollen individuelle, nachhaltige Produkte. Sie wollen vertrauen und Vertrauen. Wissen, bei wem sie kaufen. Sich gegenseitig unterstützen. Sich austauschen und mit den Machern ins Gespräch kommen. Auch die Stärkung der Regionalität ist dabei ein wichtiger Faktor.

Nie war es einfacher, seine Produkte selbst oder über online shops, wie zum Beispiel da wanda anzubieten.

Märkte und Messen für DIY Produkte finden regen Zulauf.

Selbstgemachtes.senf_freigestellt_140x150 Kunst.Handwerk.Design. Mode.Marmelade.Senf… Erstellt in kleinen Manufakturen.

Es gibt unzählige Erfolgsgeschichten, wie zum Beipiel die von Senf Pauli .

Als ich die Macherin Eva Osterholz kennengelernt habe, hat sie noch in ganz kleinem Rahmen produziert. Wir haben vor Jahren gemeinsam einen „Heimat in Hamburg-Senf“ für den gleichnamigen Fotowettbewerb des Budni Forum Kunst & Kultur in Kooperation und zu Gunsten von Hinz & Kunzt entwickelt. Ich erinnere mich noch gut an die Verkostung bei Hinz und Kunzt, es hat riesige Freude gemacht – ich hatte noch nie zuvor solch leckeren, frischen Senf gekostet… Jetzt bietet sie Ihre köstlichen Produkte in Feinkostgeschäften,  im Onlineshop und auch auf Messen an. Ich wünsche weiterhin viel Erfolg!

Die DIY Messen sind ein Megatrend, wie man zum Beispiel auch am Erfolg der Messen in der Koppel 66 in Hamburg und an vielen anderen Orten sehen kann.

Die DIY-Kultur ist ein bewusster Gegentrend zur schnelllebigen Konsum- und Wegwerfgesellschaft. DIY ist gelebte Wertschätzung und Nachhaltigkeit.

(…)

„Trendforscherin Ines Imdahl, Geschäftsführerin beim Rheingold Institut, spricht sogar von einem „Megatrend“, der sich bereits 2011 abzeichnet habe. In einer Studie hat das Rheingold-Institut Menschen in Deutschland befragt, was sie am liebsten in ihrer Freizeit tun. Vermeintlich spießige Hobbys wie Stricken, Nähen oder Gärtnern landen auch bei jungen Leuten plötzlich auf Spitzenplätzen. Die Ursache sieht Imdahl in der ständigen Verfügbarkeit, dem „Standby-Modus“, in dem sich viele moderne Arbeitnehmer in Deutschland permanent befinden.

Frauen genauso wie Männer fühlen sich fremdbestimmt und in ihrem Arbeitsalltag, der meist daraus besteht, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun, gehetzt. „Viele können eine Tätigkeit in ihrem Beruf nicht vom Anfang bis zum Ende durchführen. Dieser Kontrollverlust hat dazu geführt, dass wir angefangen haben, kleine Nebenwerke zu suchen, wo wir selber bestimmen, wann fängt es an, wann hört es auf und wann haben wir es komplett fertiggestellt“, erklärt Imdahl die Entwicklung.“

(…)

„Selbstverwirklichung, Konsumverzicht, aber vor allem ein starker Gemeinschaftsinn seien wichtige Antriebe für die wachsende Gemeinde der Do-It-Yourself-Anhänger, sagt Ines Imdahl. „Dass die Menschen gemeinsam handwerken, liegt daran, dass unsere ganze Gesellschaft im Stress ist“, diagnostiziert die Trendforscherin. Wir erleben durch die Eurokrise einen zusätzlichen Druck. Selbermachen bedeutet Freiraum, und natürlich ist die Freude noch größer, wenn die Ergebnisse von jemandem wertgeschätzt werden, der selber auch seine Blümchen zum Blühen gebracht hat.““

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