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Deutschland im Jahre 2013
Was haben Lederhosen, Frauenquote, Kinderfreundlichkeit und Sexismus miteinander zu tun?

Peinlich, traurig, aber wohl wahr:

In Sachen Kinderfreundlichkeit ist Deutschland Schlusslicht in Europa.

Das belegt eine aktuelle Studie der Stiftung für Zukunftsfragen (übrigens eine Initiative von British American Tobacco)
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“Europa droht langsam aber sicher der eigene Nachwuchs auszugehen. Derzeit bekommen 100 Frauen in Europa etwa 140 Kinder. Um die Bevölkerungszahl stabil zu halten, wären jedoch fast 50 Prozent mehr nötig. Doch wie kinderfreundlich sind die einzelnen Staaten in Europa?

Dieser Frage ist die BAT-Stiftung für Zukunftsfragen in ihrer neuesten Europauntersuchung nachgegangen und hat repräsentativ über 11.000 Europäer ab 14 Jahren in zehn Ländern befragt. Das Ergebnis: Mit großem Abstand rangiert Dänemark beim Thema Kinderfreundlichkeit an erster Stelle. Neun von zehn Dänen stufen ihre Heimat als kinderfreundlich ein. Und während immerhin noch knapp die Hälfte der Spanier, Niederländer und Griechen dies über ihr Land behauptet, ist es in Deutschland nur etwa jeder siebte Bürger, der Kinderfreundlichkeit in der Gesellschaft wahrnimmt. Die große Zufriedenheit der Dänen erklärt Professor Dr. Ulrich Reinhardt, der Wissenschaftliche Leiter der BAT-Stiftung, unter anderem mit dem hohen Emanzipationsgrad im Königreich Dänemark: „Egal, ob man sich den Anteil von berufstätigen Frauen, die Quote von weiblichen Führungskräften, die Anzahl von Krippenplätzen oder die Möglichkeit, Beruf und Familie miteinander zu verbinden, anschaut – überall liegt Dänemark deutlich über dem europäischen Durchschnitt. Zudem ist aber auch der hohe Stellenwert von Familien sowie deren gesellschaftliche Anerkennung ausschlaggebend für den hohen Wert.“

Und wie sieht es damit aus in Deutschland?:
Emanzipationsgrad / Anteil von berufstätigen Frauen / gerechte Entlohnung
Quote von weiblichen Führungskräften
Anzahl von Krippenplätzen

Der FOCUS aus München (da, wo man gern Lederhosen trägt) titelte jüngst: Wir wollen keine Frauen-Quote. Starke Frauen rebellieren gegen Staats-Diktat und Gleichmacherei.
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Die Süddeutsche Zeitung bringt es auf den Punkt: QUATSCH MIT QUOTE
“Zwölf privilegierte Frauen wenden sich auf dem aktuellen Titel des “Focus” gegen die Frauenquote. Und wollen dabei verwegen sein, wie die Frauen, die 1971 im “Stern” zugaben: Wir haben abgetrieben. Im Text dann holen sie Argumente aus der Mottenkiste, die schon mehrfach widerlegt wurden.”

Unbedingt anschauen zum Thema:
ZDF Neues aus der Anstalt – Der #Focus-Fail zur FrauenQuote – 22.01.2013

Gerechte Entlohnung? Fehlanzeige
“Berufstätige Frauen verdienen im Schnitt immer noch etwa 20 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen – unabhängig von Alter und Bildung. Das geht aus aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes hervor. In den Chefetagen wird der Unterschied noch größer. Gute Ausbildung und steigende Erfahrung schützen Frauen nicht vor schlechterer Bezahlung im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen. Das geht aus einer Auswertung des Statistischen Bundesamts hervor. So lagen im Jahr 2010 die Verdienste weiblicher Führungskräfte 30 Prozent unter dem Männerwert, ähnlich sieht die Lücke bei Technikern (30 Prozent) und allgemein bei Akademikern (28 Prozent) aus.”
Quelle Süddeutsche Zeitung

Obwohl: “Die Beschäftigung von Frauen ist in Deutschland auf einen Rekordwert gestiegen. Im Jahr 2011 waren fast 72 Prozent der Frauen zwischen 15 und 64 Jahren in Arbeit – allerdings immer häufiger in nicht-karrierefördernder Teilzeit.” Quelle Stern

Wird deutlich, was hier schief läuft?
Wir nähern uns dem Thema Sexismus.
Der Stern hat endlich einmal wieder eine gesellschaftliche Debatte entfacht.
Rainer Brüderle ist dabei nur ein Platzhalter.
Austauschbar.
Sexismus begegnet Frauen in ihrem Alltag permanent.
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Katja Bauer kommentiert in der Stuttgarter Zeitung:
Der ganz normale Sexismus.

“Erstaunt und bestürzt stellt man aber fest: die wenigsten reden jetzt darüber, ob ein Politiker sich eigentlich so verhalten darf, wie es Rainer Brüderle vorgeworfen wird. Sexismus ist immer noch derart salonfähig, dass die Frau, die ihn öffentlich macht, im Zentrum der Kritik steht. Es stimmt, die Reporterin hat schwere Vorwürfe erhoben. Aber es gibt keinen Grund, ihr – anders als anderen Journalisten, die erlebte Szenen schildern – nicht zu glauben. Was Laura Himmelreich schildert, ist glaubwürdig. Denn es ist leider Alltag. Es reicht eine kleine Umfrage in egal welchem Bekanntenkreis unter den anwesenden Frauen: Die Geschichte spiegelt eine zentrale Erfahrung, die Hunderttausende Frauen im Beruf immer noch machen, egal ob Vorstandssekretärin, Bankangestellte, Ärztin oder Journalistin. Oft handelt es sich nicht um solch onkelhafte Bierzeltdimpfeleien wie jetzt geschildert, sondern um feinere Grenzüberschreitungen.

Jede von uns kann ohne langes Nachdenken solche Geschichten erzählen, und wir erzählen sie. Aber meistens nicht laut, nur einander. Zum unserem Alltag gehört das Runterschlucken und Weglächeln. Wer will schon einen Konflikt, womöglich mit einem Vorgesetzten? Welche Journalistin will sich zurückziehen, wenn die männliche Konkurrenz an der Bar mit den Politikern einen hebt? Wer möchte sich in der eigenen Firma, die schon lange über ein aufgeklärtes Leitbild samt Frauenförderung verfügt, profilieren als empfindliche Neo-Emanze, die keinen Scherz versteht?

Frauen haben viel zu verlieren

Eine Frau hat, erst recht in einer Arbeitswelt, in der die Macht immer noch ungleich unter den Geschlechtern verteilt ist, in der also Männer über ihre Zukunft befinden, viel zu verlieren, wenn sie über sexuelle Belästigung spricht.
Es gibt aber Frauen, die den Mund aufmachen, und sie können es leichter tun, wenn es auch weibliche Vorgesetzte gibt, die ihnen zuhören. Und es gibt – immer öfter – auch in der Arbeitswelt Männer, die es schaffen, auszubrechen aus der tradierten Erwartungshaltung und nicht den tollen Hecht spielen müssen.”

Zum traurigen Thema Rechtsanspruch auf Krippenplatz
Damit wird es 2013 nichts.
“Rechtsanspruch auf Kita-Platz bis 2013 nicht einlösbar
Bis 2013 einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für unter Dreijährige garantieren – so das Ziel des Familienministeriums. Nun melden die Kommunen: das sei nicht zu schaffen. Die Nachfrage der Eltern sei zu groß, außerdem gäbe es weder genügend Geld noch ausreichend Erzieher für eine Betreuung.” Quelle eltern.de

Aber wir haben ja das Betreungsgeld, manche sagen auch Herdprämie.
Die SPD will es noch kippen.

“Mischt euch ein!”

fordert der dänische Familientherapeut Jesper Juul.
Er kritisiert den Kita-Ausbau in Deutschland.

Ein Gespräch bei zeit online über “kollektivistische Erziehung, inkompetente Erzieher und Erfahrungen aus Skandinavien”.


Und zum Schluss noch der Hinweis:

Das alles hat auch mit der Krise, die ich hier beschrieben habe zu tun.
Die Welt ist aus dem Lot.
Weiter-höher-schneller-Macho-Lederhosen-Weltwirtschaft wird dominiert von veraltetem männlichen, chauvinistischen Denken.

Wir brauchen ein Gleichgewicht:
Wir brauchen männliches & weibliches Denken und Handeln.

Männer, wenn Ihr das nicht ohne Quote erkennt, dann brauchen wir leider die Frauenquote.
Vielleicht ist es noch nicht zu spät…

Manfred Walker, www.pixelio.de

Manfred Walker, http://www.pixelio.de


Männer zieht die Lederhose aus! Oder auch: Graue Herren (Momo) zieht die Anzüge aus!